30.07.2009
Hilfe bei Grasmilben im Garten
Grasmilben

Grasmilben können uns im Sommer den Besuch des eigenen Gartens verleiden, denn ihre Stiche sind es, die den ungeschützten Beinen des Menschen zum Verhängnis werden können. Sie jucken mindestens eine Woche lang und sind wesentlich unangenehmer als Mückenstiche.
Herbst-/Gras-/Erntemilbe, Neotrombicula autumnalis, sind Spinnentiere und ihre Larven sind es, die im Sommer für die juckenden Stiche verantwortlich sind.

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Grasmilben


Häufig werden diese Stiche für Mückenstiche gehalten, sie tauchen aber an Körperteilen auf, an die Stechmücken eigentlich gar nicht gelangen können. Man spürt sie erst, wenn man schon längst nicht mehr draußen ist, oft erst ein oder zwei Tage später. Die Quaddeln, die sich von Mückenstichen wenig unterscheiden, sitzen an den Fesseln, an Beinen, am Bauch und anderen meist bedeckten Körperoberflächen, speziell dort, wo die Haut dünn ist und die Kleidung eng anliegt.Hilfe Grasmilben

Obwohl die Begleiterscheinungen der saugenden Larven auf der Haut - stark juckende, rote und erhitzte Quaddeln - ausgesprochen unangenehm sind, wurde bisher von keiner schwerwiegenden Erkrankung in Zusammenhang mit Grasmilben berichtet. Sollten andere, als die hier beschriebenen Symptome auftreten, ist der Arztbesuch allerdings unerlässlich. Da man die Larven nicht vernichten kann, muss man vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört in erster Linie schützende Kleidung. Die Kleidung sollte man sicherheitshalber nach dem Gartenbesuch wechseln.

Die Milbenlarven sind weniger als einen halben Millimeter lang. Bevor sie sich auf unserer Haut niederlassen um die aufgelösten Hautzellen zu sich nehmen, wandern sie einige Stunden auf dem Körper ihres Wirts herum. Sie bevorzugen Stellen, an denen die Kleidung eng anliegt, wie zum Beispiel die Leisten-Gegend oder die Taille. Wenn man sich das erste Mal nach dem Stich kratzt, entfernt man damit in der Regel auch die Larve, und die kann sich dann in der Wohnung oder im Bett nicht mehr weiterentwickeln.

Erwachsene Grasmilben leben im Boden und sind in diesem Entwicklungsstadium für den Menschen weder sichtbar noch lästig. Meist legen sie im Juni ihre Eier ab, aus denen bis zum Spätsommer die Larven herangewachsen sind. Es gibt nur weibliche Tiere, die sich durch Jungfernzeugung vermehren. Unter einer Lupe betrachtet, sind die Larven gut zu erkennen. Sie haben einen ungegliederten rund 0,4 mm langen gelblich-orangen Körper und sind mit kräftigen Mundwerkzeugen ausgestattet. Besonders bei warmer Witterung halten sich die Larven im Gras oder an Sträuchern auf – leider also bei einer Witterung, die auch wir Menschen für einen Aufenthalt im Garten nutzen – und können von dort aus gut auf den Menschen übergehen. Diese Larven benötigen uns Menschen, aber auch anderen Warmblütern, wie Hunden, Katzen, Kaninchen und Mäusen, für einige Tage als Wirte für ihre weitere Entwicklung.

Besonders an dünnhäutigen und feuchten Körperstellen, also Kniekehlen, Leistenbeugen, Bauchnabel, Achselhöhlen, nisten sich die Parasiten für drei bis fünf Tage ein, stechen mit ihrem sichelförmigen Mundwerkzeug in die Haut und verlassen ihren Wirt, sobald sie "satt" sind.

Bereits schmarotzende Larven kann man mit einem Wattebausch, der mit hochprozentigem Alkohol oder mit Desinfektionsmitteln getränkt ist, von der Haut wischen. Durch Wasser und Seife lassen sich die Tiere leider nicht entfernen. Gegen den Juckreiz kann man einfache juckreizstillende Mittel verwenden, zum Beispiel kühlende Umschläge mit destilliertem Wasser.

Zwar treten die Milben vornehmlich im Sommer und Herbst auf, aber bereits im späten Frühjahr, wenn es wärmer wird, können sie aktiv werden. Bei trockenem, warmem Wetter empfiehlt es sich also, die genannten Weiden und Wiesen zu meiden. Nach einem Gartenaufenthalt oder nach dem Liegen auf einer Wiese, sollte man sich duschen und die Kleider wechseln. Personen, die häufig befallen werden oder sogar eine Allergie entwickeln und mit großflächigen Quaddeln reagieren (Urtikaria), können sich und Schuhe und Hosen mit Insektenschutzmitteln einsprühen. Bei längeren Aufenthalten im Freien, Handgelenke und Gummistiefel mit doppelseitigem Klebeband abkleben.

Milben im eigenen Garten?

GrasmilbenUm festzustellen, ob man Grasmilben im eigenen Garten hat, legt man ein weißes Tuch, Decke oder Papier an einem sonnigen Tag auf die Wiese. Sollten Grasmilben vorhanden sein, sammeln sie sich dort in der warmen Sonne. Auf dem weißen Untergrund kann man die 1-2 mm großen Tiere leicht erkennen.

Als erste Sofortmaßnahme den Rasen möglichst kurz mähen und den Rasenschnitt sofort entsorgen. Grasmilben ernähren sich nämlich vorwiegend vom Saft verschiedener Gräser, die durch das Besaugen unzählige nadelstichartige helle Punkte bekommen. Aber auch eine Vielzahl breitblättriger Pflanzen stehen auf ihrem Speiseplan.
Spritzen Sie dann den Rasen mit einer 2 % Niemlösung. Es muss gleichmäßig gespritzt werden, eine Gießkanne ist nicht geeignet. Für 100 m2 Rasenfläche benötigen Sie 0,100 l Niemöl & Emulgator und 4,900 l Wasser. Nach 14 Tagen wiederholen Sie den Vorgang. Jetzt reicht jedoch eine 1 % Lösung. Diese Behandlung kann man, bis auf die Wintermonate, vorsorglich jeden Monat machen.

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Um zu verhindern, dass Milben ins Haus gelangen, Hauswände und Terrassen durch einen 50 cm breiten Streifen, der 20 cm tief mit Kies angefüllt ist, vom Rasen trennen, ggf. die Barriere mit einem Ameisenmittel bestreuen. Obstbäume sollten eine Baumscheibe besitzen, die frei von Gras ist.

Grasmilben und Haustiere

Nicht jedes Tier muss bei Grasmilbenbefall behandelt werden, denn die Milben haben keine Schadwirkung, jucken allerdings unangenehm. Beim Hund werden besonders die Pfoten mit dem Zwischenzehenbereich befallen, außerdem Bauch, Hals, Lefzen, Nasenrücken, Ohren, Schenkelinnenseiten, Schwanzwurzel, Hündinnen an ihren Schamlippen. Reagiert das Tier stark auf den Juckreiz, sollte man es mit einem Shampoo mit antiparasitären Wirkstoffen behandeln.
Ist der Juckreiz sehr stark, hilft das Auftragen von entzündungshemmenden Arzneimitteln. Hier sollte man den Tierarzt befragen.





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