24.03.2010
Hilfe bei Ernte-Herbstmilben im Garten
Grasmilben
Herbst- und Erntemilben werden oft fälschlicher weise als Grasmilben bezeichnet, obwohl sie mit diesen nichts zu tun haben. Milben können uns im Sommer den Besuch des eigenen Gartens verleiden, denn ihre Stiche sind es, die den ungeschützten Beinen des Menschen zum Verhängnis werden können. Sie jucken mindestens eine Woche lang und sind wesentlich unangenehmer als Mückenstiche.
Herbst-/Gras-/Erntemilbe, Neotrombicula autumnalis, sind Spinnentiere und ihre Larven sind es, die im Sommer für die juckenden Stiche verantwortlich sind.
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Herbst- Erntemilben (fälschlicher weise als Grasmilben bezeichnet)
Häufig werden diese Stiche für Mückenstiche gehalten, sie tauchen aber an Körperteilen auf, an die Stechmücken eigentlich gar nicht gelangen können. Man spürt sie erst, wenn man schon längst nicht mehr draußen ist, oft erst ein oder zwei Tage später. Die Quaddeln, die sich von Mückenstichen wenig unterscheiden, sitzen an den Fesseln, an Beinen, am Bauch und anderen meist bedeckten Körperoberflächen, speziell dort, wo die Haut dünn ist und die Kleidung eng anliegt.
Obwohl die Begleiterscheinungen der saugenden Larven auf der Haut - stark juckende, rote und erhitzte Quaddeln - ausgesprochen unangenehm sind, wurde bisher von keiner schwerwiegenden Erkrankung in Zusammenhang mit diesen Milben berichtet. Sollten andere, als die hier beschriebenen Symptome auftreten, ist der Arztbesuch allerdings unerlässlich.
Die Milbenlarven sind ca. 0,3 mm lang und orangerot. Bevor sie sich auf unserer Haut niederlassen, um die aufgelösten Hautzellen zu sich nehmen, wandern sie einige Stunden auf dem Körper ihres Wirts herum. Sie bevorzugen Stellen, an denen die Kleidung eng anliegt. Besonders an dünnhäutigen und feuchten Körperstellen, also Kniekehlen, Leistenbeugen, Bauchnabel, Achselhöhlen, nisten sich die Parasiten für drei bis fünf Tage ein, stechen mit ihrem sichelförmigen Mundwerkzeug in die Haut und verlassen ihren Wirt, sobald sie "satt" sind. Wenn man sich das erste Mal nach dem Stich kratzt, entfernt man damit in der Regel auch die Larve, die in der Spitze der Quaddel sitzt., und die kann sich dann in der Wohnung oder im Bett nicht mehr weiterentwickeln.
Erwachsene Herbstmilben leben im Boden und sind in diesem Entwicklungsstadium für den Menschen weder sichtbar noch lästig. Bei warmem Wetter, etwas ab März kommen sie an die Oberfläche. Bei Dauerregen oder Frost können sie wieder bis zu 90 cm tief in den Boden eindringen. Das früheste Auftreten der Milben ist der März und man findet sie dann bis zum November. Besonders bei warmer Witterung halten sich die Larven im Gras oder an Sträuchern auf – leider also bei einer Witterung, die auch wir Menschen für einen Aufenthalt im Garten oder auf Wiesen nutzen – und können von dort aus gut auf den Menschen übergehen. Diese Larven benötigen uns Menschen, aber auch anderen Warmblütern, wie Hunden, Katzen, Kaninchen und Mäusen, für einige Tage als Wirte für ihre weitere Entwicklung. In der menschlichen Wohnung können sie sich jedoch nicht weiter entwickeln und sterben ab.
Bereits schmarotzende Larven kann man mit einem Wattebausch, der mit hochprozentigem Alkohol oder mit Desinfektionsmitteln getränkt ist, von der Haut wischen. Durch Wasser und Seife lassen sich die Tiere leider nicht entfernen. Gegen den Juckreiz kann man einfache juckreizstillende Mittel verwenden, zum Beispiel kühlende Umschläge mit destilliertem Wasser.
Zwar treten die Milben vornehmlich im Sommer und Herbst auf, aber bereits im späten Frühjahr, wenn es wärmer wird, können sie aktiv werden. Bei trockenem, warmem Wetter empfiehlt es sich also, die genannten Weiden und Wiesen zu meiden. Nach einem Gartenaufenthalt oder nach dem Liegen auf einer Wiese, sollte man sich duschen und die Kleider wechseln. Personen, die häufig befallen werden oder sogar eine Allergie entwickeln und mit großflächigen Quaddeln reagieren (Urtikaria), können sich und Schuhe und Hosen mit Insektenschutzmitteln einsprühen. Bei längeren Aufenthalten im Freien, Handgelenke und Gummistiefel mit doppelseitigem Klebeband abkleben.
Herbstmilben kommen in den Gegenden um Frankfurt, München, Reutlingen, Siebengebirge. Stuttgart, Würzburg und im Alpengebiet gehäuft vor.
Milben im eigenen Garten?
Um festzustellen, ob man Herbstmilben im eigenen Garten hat, legt man ein schwarze Tuch oder eine Pappe, oder Papier an einem sonnigen Tag auf die Wiese. Sollten Herbstmilben vorhanden sein, sammeln sie sich dort in der warmen Sonne. Auf dem schwarzen Untergrund kann man die ca. 2 mm großen ausgewachsen rötlichen Tiere leicht erkennen.
Als erste Sofortmaßnahme den Rasen möglichst kurz mähen und den Rasenschnitt sofort entsorgen. .Auf keinen Fall auf den Kompost werfen. Herbstmilben ernähren sich nämlich vorwiegend vom Saft verschiedener Gräser, die durch das Besaugen unzählige nadelstichartige helle Punkte bekommen. Aber auch eine Vielzahl breitblättriger Pflanzen stehen auf ihrem Speiseplan.
Spritzen Sie dann den Rasen, eventl.. auch Sträucher und Stauden mit einer 2 % Niemlösung. Es muss gleichmäßig gespritzt werden, eine Gießkanne ist nicht geeignet. Für 100 m2 Rasenfläche benötigen Sie 0,100 l Niemöl & Emulgator und 4,900 l Wasser. Danach den Rasen gut wässern. Nach 4 Tagen wiederholen Sie den Vorgang. Jetzt reicht jedoch eine 1 % Lösung. Zur Vorbeugung den Vorgang nach 14 Tagen wiederholen. Diese Behandlung kann man, bis auf die Wintermonate, vorsorglich jeden Monat machen.
Da Herbstmilben es warm und trocken lieben, sollte man den Rasen möglichst feucht halten, um ihnen den Lebensraum zu entziehen.
Grasmilben Bryobia gramineum
Sie sind ca. 1 mm groß rotbraun und ernähren sich von Gräsern und Blättern. Im Sommer benutzen auch sie Hauswände zum sonnen und dringen dann auch in größeren Mengen in die Häuser ein. Sie sind harmlos für Menschen, jedoch bei größeren Mengen unangenehm. Sie werden häufig mit den Herbstmilben verwechselt, die für die unangenehmen Stiche verantwortlich sind.
Um zu verhindern, dass Grasmilben ins Haus gelangen, Hauswände und Terrassen durch einen 50 cm breiten Streifen, der 20 cm tief mit Kies angefüllt ist, vom Rasen trennen, ggf. die Barriere mit einem Ameisenmittel bestreuen. Obstbäume sollten eine Baumscheibe besitzen, die frei von Gras ist.
Milben und Haustiere
Nicht jedes Tier muss bei Milbenbefall behandelt werden, denn die Milben haben keine Schadwirkung, jucken allerdings unangenehm. Beim Hund werden besonders die Pfoten mit dem Zwischenzehenbereich befallen, außerdem Bauch, Hals, Lefzen, Nasenrücken, Ohren, Schenkelinnenseiten, Schwanzwurzel, Hündinnen an ihren Schamlippen. Reagiert das Tier stark auf den Juckreiz, sollte man es mit einem Shampoo mit antiparasitären Wirkstoffen behandeln.
Ist der Juckreiz sehr stark, hilft das Auftragen von entzündungshemmenden Arzneimitteln. Hier sollte man den Tierarzt befragen.
Vorbeugend kann man auch die Tiere mit der Niemlösung behandeln.
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