10.02.2010
Wie ensteht ein Parfüm?
Düfte

Die Qualität eines Parfums wird nicht allein durch die Qualität seiner einzelnen Rohstoffe bestimmt, sondern sie hängt vor allem vom Parfumeur ab, von seiner „Nase“, seiner Sensibilität und natürlich auch von seiner Fähigkeit, sich in die Duftvorlieben der Kunden einzufühlen.

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Wie entsteht ein Parfüm?

Dabei ist er selbstverständlich von Modeeinflüssen und vom Zeitgeist abhängig, und er hat eine größere Chance, wenn er in einem anerkannten Konzern arbeitet.
Parfumeure sind wahre Künstler, die virtuos mit 1200-1500 Riechstoffen umgehen, wie etwa der Maler mit seiner Farbpalette oder der Komponist mit den Noten. Während die Parfumeure der Vergangenheit mehr oder weniger auf ihre Erfahrung und ihre Riechstoffe angewiesen waren, haben moderne Parfumeure ein viel umfangreicheres Instrumentarium zur Verfügung, wie z.B. Gaschromatographie und Massenspektrometrie. Auch der Computer ist heute eine große Hilfe, denn er unterstützt das Gedächtnis, hilft bei der Klassifikation der einzelnen Duftnoten und kann gleich die gesundheitsrelevanten Daten prüfen.
Grundsätzlich kann jeder Mensch mit einer guten Nase Parfumeur werden. Grundkenntnisse der Chemie sind jedoch sehr nützlich. In der langen Ausbildungshase, meistens mit einem Senior-Parfumeur, lernt der Anfänger die einzelnen Duftnoten und ihre Zugehörigkeit zu ihren Duftfamilien, ihre Intensität, ihre Flüchtigkeit und ihre Stabilität in unterschiedlichen Medien kennen. Erst dann beginnt man mit wenigen, später mit mehreren Riechstoffen erste Duftakkorde auszuprobieren. Nicht jeder angehende Parfumeur entwickelt später teure Markenparfumes der Feinparfumerie. Bei manchen reicht es nur zu Wäschedüften, Raumdüften oder Düften für Reiniger und Weichspüler.

Was ist eine Duftkomposition?

Hier handelt es sich um eine sehr komplizierte Mischung aus mehreren natürlichen und synthetischen Riechstoffen, die bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist. Dazu gehört, dass jedes Parfum eine Kopf- oder Spitzennote haben muss. Das ist der Duft, der einem direkt als erstes in die Nase steigt. Hierfür sind die Bestandteile des Parfums zuständig, welche in den ersten maximal 10 Minuten frei werden. Danach muss sozusagen eine zweite Linie die Duftträgerschaft übernehmen, und das ist dann die Herznote, die etwa bis zu zwei Stunden reicht. Auch diese Duftstoffe müssen im Gesamteindruck harmonisieren. Natürlich spielen immer auch noch geringe Anteile der Kopfnote mit hinein. Achten Sie einmal auf die Entwicklung Ihres Parfums und die Veränderung im Duft. Zunächst verflüchtigen sich die leichten Noten, dann dominiert eine etwas mittelschwere Herznote, bis sich schließlich die Basis- oder Fondnote bemerkbar macht. Sie übernimmt die Duftwirkung nach ca. 2 Stunden.
ParfümDie Basis- oder Fondnote wird häufig auch dazu benutzt, die beiden anderen zu fixieren, man spricht dann von einem Fixateur. Dieser Fixateur sorgt dafür, dass dann, wenn die Kopf- und die Herznote schon ausgefallen sind – immer noch eine Spur ihres jeweiligen Duftes zurückbleibt.
Um diese Abläufe zu beobachten und zu überprüfen, taucht der Parfumeur einen Riechstreifen, den er mit Parfumname und Uhrzeit gekennzeichnet hat, in seine Komposition ein und riecht zu den genannten Zeiten an ihm, ohne ein zweites Mal einzutauchen. Zum Vergleich kann er natürlich jeweils einen zweiten Riechstreifen frisch eintauchen. Ein technisch gut gebautes Parfum erkennt man an seinem harmonischen Duftablauf. Es enthält seinen typischen Charakter vom Anfang bis zum Schluss und scheint eine nahezu lineare Verdunstung zu haben. Die Übergänge sind vom Parfumeur fließend gestaltet, es sollte keinen Bruch im Duftablauf geben, selbst wenn beispielsweise erfrischende Zitrusnoten, wie Zitrusöl längst verflogen sind.
Bei dem Verdunstungsablauf spielt auch der Alkohol in der Gesamtkomposition eine wichtige Rolle. Allein schon aus diesem Grund, nicht nur wegen der Hautverträglichkeit sollte einem Parfum stets ein entsprechend hoher Anteil an Alkohol zugefügt werden.





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