Die Konservierung selbst gemachter Kosmetik

Bei der selbst gemachten Kosmetik setzen wir natürliche Rohstoffe ein. Diese können auch oxidieren oder verkeimen. Außerdem ist unsere Küche kein steriler Platz. Besonders anfällig sind Produkte, in denen Wasser enthalten ist. Verkeimte Produkte können unsere Haut massiv schädigen. Leider kann man eine Verkeimung nicht sofort sehen, erst dann, wenn z.B. der Schimmel auf der Oberfläche sichtbar wird. Daher brauchen wir zuverlässige Konservierungsmittel, die unsere selbst gemachten Produkte sicher schützen.

Natürlich muss selbst gemachte Kosmetik nicht für viele Monate oder Jahre konserviert werden, wie es bei industriell hergestellten Produkten vorgeschrieben ist. Sie soll nur eine kurze Zeitspanne keimfrei bleiben. Produkte, die nur aus Ölen oder Wachsen bestehen, können ranzig werden. Den Oxidation Prozess kann man verhindern oder herauszögern, indem man instabile Öle mit stabilen Ölen mischt. Zusätzlich hilft der Zusatz von 0,2% Vitamin E.

Grundsätzlich bei der Herstellung immer sehr sauber  arbeiten. Desinfizieren Sie Arbeitsgeräte, Hände, Behältnisse, Arbeitsplatz, alles, was mit den Produkten in Kontakt kommt. Benutzen Sie nur frische, richtig gelagerte Produkte. Auf all unseren Produkten finden Sie die Mindesthaltbarkeit.

Welche Konservierungsmittel gibt es?

Rokonsal: ein Breitband Konservierer. Er riecht leicht nach Mandeln. Die Ausgangskomponenten sind Benzylalkohol, Benzoesäure und Sorbinsäure. Rokonsal gilt als gut verträglich. Auch ist er ECOCERT und BDIH konform und für Naturkosmetik zugelassen. Rokonsal hemmt das Wachstum von Hefen und Schimmel. Außerdem ist er auch gegen Bakterien wirksam. Sowohl in Shampoos und Duschgelen als auch in Emulsionen kann Rokonsal eingesetzt werden. Die Haltbarkeit beträgt 3-6 Monate. Jedoch kann es, wie jedes Konservierungsmittel, auch Allergien auslösen. zum Rokonsal

Einsatzmenge: bei Emulsionen 1-2 Tropfen auf 10 g Creme. Bei tensidhaltigen Produkten 0,2 %.

INFO: Rokonsal wirkt nur bei einem pH-Wert, der unter 5,4 liegt. Der pH-Wert kann durch Milchsäure eingestellt werden.

Creme selbst gemacht mit dem richtigen Konservierungsmittel
Selbst gemachte Creme

Biogard: eine Mischung aus Dehydracetsäure und Benzyl Alkohol. Biogard verhindert das Wachstum von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Bis zu einem pH-Wert von 6,5 konserviert es zuverlässig selbst gemachte Kosmetik. Es ist löslich in Wasser, Alkohol und Glycolen. Zum Schluss wird es tropfenweise in die leicht handwarme Creme eingerührt.

Biogard ist ECOCERT zertifiziert und BDIH konform und für Naturkosmetik zugelassen. Aus diesem Grund ist es ein sehr gutes Ersatzprodukt für Paraben, das in alten Kosmetik Rezepten als Konservierer angegeben wird. Da es nur eine geringe Wasserlöslichkeit hat, ist es besser für Emulsionen geeignet. Bei rein wässrigen und Tensidprodukten ist Rokonsal besser geeignet. zum Biogard

Einsatzmenge: 1-2 Tropfen auf 10 g fertiges Produkt. Haltbarkeit 6 -12 Monate.

Konservierung durch Alkohol

Alkohol 95-96,5% (Kosmetisches Basiswasser/Weingeist): Als Konservierung ist Alkohol sehr gut hautverträglich. Bis zu einer Konzentration von 20% trocknet er die Haut nicht aus. Bereits ab einer Konzentration von 12% konserviert er zuverlässig. Wenn man das Produkt auf die Haut aufträgt, verdunstet der Alkohol sehr schnell. Er wirkt im Produkt, nicht auf der Haut. Neben den konservierenden Eigenschaften fördert Alkohol die Aufnahme von Wirkstoffen in die Haut. In kommerzieller Kosmetik braucht Alkohol nicht als Konservierungsmittel angegeben werden. Daher deklarieren Naturkosmetik Hersteller ihre Produkte häufig als Konservierungsmittel frei, obwohl sie durch den enthaltenen Alkohol konserviert sind. zum Kosmetischen Basiswasser

Einsatzmenge: der Alkohol Anteil richtet sich immer nach dem Wasseranteil. In Emulsionen beträgt der Alkoholanteil 12-15%. In rein wässrigen Produkten, wie z.B. Gesichtswasser, 15-20 %. Die Haltbarkeit beträgt mindestens 6 Wochen.