Pflanzenpflege mit Niemöl – Wunderbaum Niem

Im Sommer zeigen sich leider auch die Schattenseiten dieser doch so schönen Jahreszeit. Die warmen Temperaturen bringen nämlich jede Menge Ungeziefer zum Schlüpfen, unsere liebevoll umhegten Pflanzen im Garten und auf dem Balkon werden von allerlei Läusen und Raupen malträtiert.

Ich, Jean Pütz, habe es mir stets zur Aufgabe gemacht, Probleme des Alltags mit einfachsten Mitteln und Tipps zu lösen. Und tatsächlich ist es auch gar nicht so schwierig, dem Ungeziefer zu Leibe zu rücken. Im Prinzip brauchen wir solche Tipps nämlich nur der Natur selber abzugucken, indem wir sozusagen Streit anzetteln. Für jedes Lebewesen gibt es auch einen Feind. Das gilt natürlich auch für das Ungeziefer. Diese Ungezieferfeinde nennen wir anmaßend gerne Nützlinge. Zu ihnen zählt z. B. der Marienkäfer. Dieser lustige Käfer mit den schwarzen Punkten hat ständig Appetit und vertilgt in seinem Leben mehrere hundert Blattläuse.

Das Räuber-Beute-Prinzip funktioniert auch bei Pflanzen. Die Pflanzen können zwar nicht vor einem hungrigen Tier davonlaufen, denn sie sind ja angewurzelt, aber sie können diesem gehörig den Appetit verderben. Besondere Bitterstoffe und Geruchsstoffe in den Blättern, Samen und Wurzeln sorgen dann dafür, dass weder Läuse, Raupen noch andere gefräßige Insekten wie der nimmersatte Dickmaulrüßler an ihnen knabbern oder saugen. Schlecht für das Ungeziefer schmecken z. B. viele unsere Gewürzpflanzen. Der duftende Lavendel wird praktisch überhaupt nicht angegriffen.

Niemprodukte 

Niem – ein Baum mit vielen nützlichen Eigenschaften

Ein wahrer Meister im Schlechtschmecken ist allerdings der tropische Niembaum. Heuschrecken verhungern lieber, als an seinen Blättern zu fressen. Der deutsche Forscher Prof. Heinrich Schmutterer aus Gießen ist als erster Wissenschaftler darauf aufmerksam geworden. Er beobachtete eine Heuschreckenplage im Sudan. Obwohl alle Grünpflanzen nach der Invasion kahl gefressen waren, standen die Niembäume nach wie vor in vollem Laub.

Niembaum, aus seinen Samen wird das Niemöl gepresst
Niembaum

Auf den ersten Blick könnte man den tropischen Niembaum sogar für eine einheimische Pflanze halten. Seine Blätter sind gefiedert, der ganze Baum erinnert an eine Esche. Allerdings könnten wir dem Niembaum nicht zufällig begegnen, denn er ist extrem kälte- und nässeempfindlich. Lediglich den Hochsommer würde er bei uns im Freien überstehen.

Der Niembaum gehört zur Familie der Mahagonigewächse, den so genannten Meliaceae. Unter trocken-heißen Bedingungen wachsen Niembäume extrem schnell. Nach knapp einem Jahr sind die Bäume drei bis vier Meter hoch. Im Freiland können sie sich zu stattlicher Größe entwickeln. Sie werden bis zu 30 Meter hoch, und ihre Krone kann 20 Meter weit ausladen. Schon früh, nämlich bereits nach drei bis fünf Jahren, bekommen sie ihre ersten Blüten. Diese sind weiß und erinnern an Flieder, allerdings sind sie zierlicher und sitzen nicht so dicht beieinander. Ihr leicht aromatischer Duft lockt Bienen und andere Insekten an.

Wie wirkt Niemöl?

Die Wirkstoffe des Niembaums zeigen eine äußerst fatale Wirkung auf das Hormonsystem der Insekten: Sie stören die Häutung und damit das Wachstum dieser Schädlinge. Diese werden dann quasi zu ewigen Jugendlichen und gehen langsam ein. Erfreulicherweise gilt dies nicht für unsere Nützlinge, zu denen außer den Marienkäfern z.B. auch Florfliegen und Schlupfwespen zählen. Diese Räuber ernähren sich ohnehin nicht von Pflanzen, sondern nur von anderen Insekten. Natürlich ist Niem auch für den Menschen völlig harmlos und eignet sich sogar zur Behandlung vieler Wehwehchen und Ärgernisse.

Wo wächst der Niembaum?

Niemblätter werden zu Tinkturen verarbeitet
Niemblätter

Zurzeit wachsen etwa 18 Millionen Niembäume in Indien, und mittlerweile haben sie sich in nahezu ganz Südostasien verbreitet. Gleichzeitig wurden sie in alle anderen heißen Länder unserer Erde importiert. Zunächst gelangten die Bäume per Schiff nach Westafrika, wo die Menschen die anspruchslosen Bäume nicht zuletzt als Spender von Feuerholz schätzen lernten. Die Niembäume gedeihen auch noch an den Stellen, an denen sich die Sahara erbarmungslos ausbreitet.

In den heißen afrikanischen Ländern wurde der Niembaum schnell zur begehrten Pflanze. Niger, Nigeria, Ghana, aber auch ostafrikanische Staaten wie der Sudan begrünen ihre Städte und Parkanlagen mit Niembäumen. Schatten ist in diesen Teilen der Welt, wo in der prallen Sonne extreme Temperaturen herrschen, ein unschätzbares Gut. In diesem Jahrhundert erreichten die Niembäume den amerikanischen Kontinent. Nicaragua, Honduras, Kuba und in der Dominikanischen Republik folgten. Auch in Venezuela wird er zurzeit etabliert. In Nordamerika wie auch in Europa ist es für den Niembaum allerdings zu kalt. Lediglich in Florida wachsen einzelne Bäume.

Kooperativen und Entwicklungshilfe

Mittlerweile werden Niembäume in vielen heißen Gegenden angebaut. Dabei können Niembäume sogar stark erosionsgeschädigtes Land rekultivieren. Ein positives Beispiel für diese Nutzung ist das Niem-Projekt der Friedrich-Naumann-Stiftung im Norden Venezuelas.

Während des Ölbooms in den siebziger Jahren hatten die Menschen dort die Felder vernachlässigt. Die Brachflächen wurden durch ungehinderte Fließwasser und Windeinwirkung schnell in eine Mondlandschaft verwandelt. Einzig der Niembaum kann noch in solch unwirtlichem Gelände gedeihen. Vor einigen Jahren pflanzte die Kooperative El Buchal in der Gemeinde Dabajuro 6000 Niembäume auf einer kooperationseigenen Finca. Heute ist deren Zahl auf über 11.000 Bäume angewachsen. Im Schatten der älteren Pflanzen hat sich bereits weitere Vegetation angesiedelt. Mittlerweile begrünen sich diese Flächen von selbst. Das Land wurde für den Ackerbau zurückgewonnen.

Wer ist Nützling, wer ist Schädling?

Niemöl, bienenfreundlich
Biene bestäubt den Sonnenhut

An Salaten, Kohl, Kartoffeln fressen gerne dicke fette Raupen. Meist wissen wir noch nicht einmal, um welche Insekten es sich handelt. Diese Raupen verpuppen sich nämlich nach einiger Zeit. Aus den Puppen – das sind harte gespinstartige Gebilde – schlüpfen dann z.B. Maikäfer. Viele unserer Wälder werden von ihnen im Frühjahr heimgesucht. Aus anderen Puppen schlüpfen Kartoffelkäfer, Kohlweißlinge oder ähnliches. Oft sind es lediglich die Larven, die den Schaden anrichten. Die erwachsenen Insekten, wie beispielsweise der Kohlweißling, naschen höchstens einmal am Pollen und Nektar der Pflanzen und erfreuen das Auge.

Den Falter würden wir wahrscheinlich gar nicht als Pflanzenschädling bezeichnen. Doch sein Nachwuchs könnte wiederum großen Schaden anrichten. Kennzeichnend für einen Pflanzenschädling ist die Tatsache, dass dieser an Pflanzen frisst oder saugt. Nützlinge, wie etwa Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen, ernähren sich zumindest zeitweise von anderen Insekten, wie z.B. Läusen. Sie räubern unter den Schädlingen und sind so für die Pflanzen, aber auch für den Menschen nützlich.

 Niem – der Schützling für den Nützling 

Räuber und Pflanzenfresser, genau diese Unterscheidung in der Ernährungsweise ist dafür verantwortlich, dass die Wirkstoffe des Niem wirklich nur die Schädlinge treffen und die Nützlinge nicht beeinträchtigen. Wenn nämlich die Schmarotzer an den behandelten Pflanzen knabbern oder saugen, nehmen sie gleichzeitig die Niemwirkstoffe auf. Oft reicht es, dass die Niem-Extrakte den Schmarotzern nur den Appetit verderben und diese nicht mehr fressen. Da die Niemwirkstoffe auch auf das Hormonsystem wirken, kümmern sich die Schädlinge auch nicht mehr um ihre Fortpflanzung. Die Vermehrung bleibt aus.

Diese spezielle Wirkung ist der große Unterschied zu allen herkömmlichen Pestiziden. Die chemische Keule macht keinen Unterschied zwischen Nützling und Schädling. Nachdem ein solches Insektizid versprüht wurde, sind alle Insekten tot. Dieses hat fatale Folgen für die Umwelt. Das ökologische Gleichgewicht gerät aus den Fugen, Räuber und Beutetiere sterben gleichermaßen. Es entsteht ein Ungleichgewicht.

 Niemöl eröffnet neue Wege

Niemöl ist ein fettes Öl, das durch Auspressen des Niemsamens gewonnen wird. Zurück bleibt dabei ein Pressrückstand, der so genannte Niempresskuchen. Diese krümelige Masse hat ebenfalls pflanzenschützende und bodenverbessernde Eigenschaften.

Niem & Emulgator
Niem & Emulgator

Das Niemöl sollte in jedem Fall kalt gepresst sein, denn einige Wirkstoffe darin sind hitzeempfindlich. In unseren Breiten, bei niedrigen Temperaturen wird das Niemöl fest. Für die Verarbeitung empfiehlt es sich, das Öl im Wasserbad kurz zu erhitzen. Bereits bei 23°C verflüssigt sich das Öl wieder.
Da Niemöl nicht wasserlöslich ist, empfehlen wir einen pflanzlichen Emulgator.

Gebrauchsfertig, d. h. der Emulgator ist bereits enthalten, ist unser Produkt

Niem & Emulgator, – es braucht nur noch mit Wasser verdünnt werden. Vor Gebrauch immer gut schütteln! Niemöl wird 0,5- 1% -ig eingesetzt.

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HUMEEN Niem-Dünger

Eine Kombination aus Samen und Presskuchen ist der Humeen Niemdünger, ein organischer NPK Dünger.

Dünger aus Presskuchen der bei Pressen des Niemöls entsteht
Humeen Dünger

Die Inhaltsstoffe des Humeen-Niem Düngers werden über den Boden und die Blätter aufgenommen und mit dem Saftstrom verteilt, so dass sie in der gesamten Pflanze ihre Wirkung entfalten können. Der Dünger enthält alle wichtigen Hauptnährstoffe zusammen mit Kalzium und Magnesium und mit den wertvollen bioaktiven Substanzen, die den in Indien beheimateten Niembaum vor Fadenwürmern, Heuschrecken, Milben, Viren, Pilzen und Schnecken schützen.

Zum Humeen-Dünger

 Mit Niem gegen Salatschnecken

Anscheinend zeigen die Niemwirkstoffe auch eine abschreckende Wirkung auf Nacktschnecken im Garten. Diese Viecher können nicht nur Salat und Gemüse, sondern auch Tulpen und andere Zierpflanzen niederraspeln Den ekligen Schnecken schmeckt so ziemlich alles. Daher unser Tipp: Streuen Sie Niemschrot, also den gemahlenen Niemsamen, auf dem Beet aus. Es braucht nur eine ganz dünne Schicht zu sein, etwa so wie Rasensamen ausgestreut wird. Die Schnecken haben eine so große Abneigung gegen das Niemschrot, dass sie dem Beet fernbleiben. Sollten im Garten bereits Schnecken sein, so werden die meisten von ihnen das Weite suchen. In der Regel verschwinden sie in die Nachbargärten. Den betroffenen Nachbarn sollte man dann den Hinweis auf  Niem nicht vorenthalten.

Ameisen auf Irrwegen

Niemöl kann die Orientierungsdüfte der Ameisen überlagern. Danach sind die Tiere irritiert und finden ihren Weg nicht mehr. Es bietet sich an, das Niemöl unverdünnt mit einem breiten Pinsel entlang der Trasse, die die Ameisen benutzen, auszustreichen. Es reicht bereits ein 5 – 10 cm breiter Streifen auf der Terrasse, dem Balkon oder auch im Bereich der Eingangstüren. So schafft Niemöl eine Barriere, die die Tiere nicht überqueren können. Unter Umständen muss das Niemöl leicht erwärmt werden, denn das bräunlich-gelbe Fett schmilzt erst, bei ca. 23 Grad Celsius, sonst ist es fest. Sie können dem Niemöl auch noch ca. 10 Tropfen Lavendelöl pro 10 ml Öl zusetzten. Dann riecht das Niemöl etwas angenehmer. Die Ameisen meiden es jedoch nach wie vor. Es empfiehlt sich, die Behandlung nach spätestens 10 Tagen zu wiederholen, denn die Abschreckungswirkung nimmt mit der Zeit naturgemäß ab.

DiatoNiem für unerwünschte Gäste, biologisch abbaubar.

Mischung aus Niempresskuchen und Kieselgur
DiatoNiem

Es ist ein natürliches pflanzlich-mineralisches Pulver und wirkt durch Kontakt rein physikalisch. Es perforiert die Insektenhaut und trocknet die Schädlinge aus. Insekten, wie Ameisen, Silberfischchen, Asseln oder Schaben trocknen sterben, sobald sie mit dem feinen Pulver in Berührung kommen.

Das Pulver  besteht zu 75% aus fein gemahlener Diatomeenerde, auch Kieselgur genannt, und 25% Niem-Presskuchen. Diatomeen ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aus den mikroskopisch kleinen Schalen abgestorbener Kieselalgen gewonnen wird. Der Niem-Presskuchen ist der Rückstand, der bei der Ölherstellung aus den Samen übrig bleibt.

Das Pulver kann sparsam angewandt werden. Mit der feinen Spritztülle direkt in die Brutstätten der Schädlinge streuen, oder es in Ritzen und Fugen von Böden und Mauerwerk sprühen. Die Anwendung öfter wiederholen. Es ist auch zur Behandlung von Ungeziefer bei Haustieren geeignet. Das Pulver sorgfältig ins Fell einarbeiten.

Bei sachgemäßer Anwendung ist es für den Menschen und alle Haustiere völlig ungefährlich.

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