Kopfläuse – Blutsauger in Kindergärten und Grundschulen?

Diagnose: „Kopfläuse“

Keine Panik, Kopfläuse sind zwar lästig, aber nicht gefährlich. Die Ursache ist auch kein Hygienemangel, sondern es kann jeden treffen. Häufig sind sie ein Souvenir aus dem letzten Urlaub. Kopfläuse – Pediculus humanus capitis –  so der wissenschaftliche Name, treten  vermehrt in Kindergärten und Grundschulen auf. Für die Eltern ist es manchmal ein Schock, wenn ihr Kind Läuse hat. Sie schämen sich dann für den Parasitenbefall.

Kinderärzte halten Kopfläuse für eine der am weitesten verbreiteten ansteckenden Kinderkrankheiten überhaupt. Besonders bevorzugte Opfer der Läuse sind zwischen 5-10 Jahre alt. Kinder stecken in diesem Alter die Köpfe beim Spielen gerne zusammen. Dadurch können sich die Läuse besonders schnell ausbreiten. Kopfläuse wechseln aber nur bei direkter Berührung die Haare. Denn sie sind außerhalb des menschlichen Wirtes nicht lebensfähig.

Was tun gegen Kopfläuse?

Es liegt nicht an mangelnder Hygiene, dass sich der Läusebefall in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Alle Gesellschaftsschichten sind betroffen und zwar unabhängig vom sozialen Status. Laut Robert-Koch-Institut ist es die zunehmende Resistenz gegen die bekannten, nicht risikolosen, chemischen und synthetischen antiparasitären Mittel. Fast alle Shampoos zur Bekämpfung von Läusen sind apothekenpflichtig. Sie enthalten die natürlichen oder synthetischen Nervengifte Pyrethum oder seine Abkömmlinge wie Permethin und Allethrin. Jetzt haben auch Wissenschaftler der Uni Kiel in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass die Läuse durch eine Genveränderung immer resistenter gegenüber Pyrethum werden.

Der Niem Baum

Vor einigen Jahren hat die Hobbythek Niem als effektives Mittel zur Bekämpfung von Kopfläusen entdeckt. Der Niem Baum ist beheimatet in tropischen Breiten wie Burma oder Indien. Vor der Entdeckung durch die Hobbythek 1995 war er fast unbekannt. Heute wird er sehr erfolgreich in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Er ist sogar in der Biolandwirtschaft zugelassen.

Niem-Shampoo gegen Kopfläuse
Niem-Shampoo

Niem-Shampoo wurde 1995 in einem Großversuch getestet. In einem Kindergarten in Chile, der häufig von Parasiten wie Läusen, Flöhen und Krätzmilben heimgesucht wurde, mussten die Kinder sich im Rahmen dieses Projektes regelmäßig die Haare mit Niem-Shampoo waschen. Durch den Einsatz dieses Shampoos gelang es, den Kindergarten völlig schädlingsfrei zu halten.

Das im Shampoo eingesetzte Niemöl verändert den Stoffwechsel der Läuse. Zudem macht es sie unfruchtbar. Dadurch unterbindet es das Nissenwachstum. Gleichzeitig hat Niem-Shampoo eine vorbeugende Wirkung. Denn die Läuse meiden Haare, die mit Niem gewaschen wurden.

Der Behandlungsplan für Kopfläuse

Anzeichen von Läusebefall ist starker Juckreiz. Häufig werden die Läuse erst spät entdeckt, da außer Juckreiz keine anderen Beschwerden auftreten. Als erstes das trockene Haar sorgfältig untersuchen. Am besten mit einem Nissenkamm. Dazu spreitet man das Haar mit einem Kamm Strich für Strich auseinander. Häufig findet man dann die Läuseeier und die Nissen. Man erkennt die Nissen mit dem bloßen Auge als kleine weiße Punkte. Anders als Schuppen kleben sie besonders in der Nähe der Haarwurzel an den Haaren fest. Bevorzugte Stellen sind der Schläfen-, Ohren- und Nackenbereich. Halten Sie eine helle Schale unter die Haare. Damit können Sie Läuse und Nissen auffangen.

Der Nissenkamm sollte aus Metall sein. Außerdem sollte er lange Zinken haben. Nach der Behandlung den Kamm sorgfältig mit heißem Wasser reinigen und trocknen lassen.
Anschließend das Haar gründlich mit einem Spezialshampoo waschen und einige Minuten einwirken lassen. Bitte notieren Sie sich das Datum der ersten Haarwäsche.

Mantelpaviane beim Lausen
Mantelpaviane beim Lausen

Alle Familienmitglieder sollten sich gegenseitig auf Kopfläuse absuchen und bei Befall ebenfalls behandeln. Kinder mit Läusebefall dürfen nur das eigene Handtuch, Kamm oder Bürste benutzen. Auch mit einem normalen Kamm könnten einzelne Läuse abgekämmt werden und so auf den nächsten Benutzer gelangen. In den folgenden Tagen prüfen Sie immer wieder mit dem Nissenkamm sorgfältig die Haare. Denn bis zum 9. Tag können kleine Läuse aus eventuell noch vorhandenen Eiern schlüpfen. Bei sehr starkem Befall die Haare noch einmal mit dem Shampoo waschen.

Am 10. Tage nach der ersten Behandlung die Haare abschließend noch einmal mit dem Shampoo waschen. Am nächsten Tag die Haare mit dem Nissenkamm kontrollieren. Die Haare müssten jetzt frei von Läusen und Nissen sein. Trotzdem sollten Sie in regelmäßigen Abständen die Haare der Kinder kontrollieren.
Vorbeugend können Sie auch das Niemshampoo weiter benutzen.

Läuse können außerhalb ihres Wirtes nicht überleben.

Auch an Haustieren wie Hund und Katz können Sie nicht überleben. Professor Dr. Mehlhorn, Parasitologe der Universität Düsseldorf: „An Kleidung, Bettwäsche, Spielzeug oder Möbeln sind keine Läuse. Durch Wäschewaschen oder Teppichsaugen bekommen Sie keine lebende Laus entfernt. Vermeiden Sie das gegen Kopfläuse völlig wirkungslose Wäschewaschen. Stecken Sie Kleidung oder Spielzeug nicht in Kühltruhen oder Plastiksäcke. Kuscheltiere sollen bleiben wo Sie immer sind.“

Die Kopflaus Pediculus humanus capitis

Die Larven schlüpfen nach 6-9 Tagen aus den Eiern. Die Eierschalen bleiben weiter am Haar kleben. Sie sind weißlich und man nennt sie Nissen. Nach 17 Tagen ist die kleine Laus erwachsen. Sie lebt ca. 40 Tage.
Kopfläuse springen oder fliegen nicht von Kopf zu Kopf. Auch Haustiere sind keine Gefahr.  Die Übertragung geschieht normalerweise durch direkten Haarkontakt. Zum Beispiel beim Kuscheln, Schmusen oder wenn Kinder beim Spielen die Köpfe zusammen stecken. Eine Laus verlässt niemals freiwillig die sicheren Haare. Ohne den Kopf zum Blutsaugen (alle paar Stunden) würde sie schnell dursten und in einem Tag sterben.

Läuse in der Schule.

Wenn Läuse in der Schule ausgebrochen sind, dann gibt es genaue Vorschriften, wie die Schule damit zu verfahren hat. Schüler werden nicht mehr grundsätzlich vom Schulbesuch ausgeschlossen. Die Eltern müssen eine korrekte Behandlung des Kopflausbefalls oder die Untersuchung ihrer Kinder schriftlich bestätigen. Die völlige Freiheit vom Befall mit Nissen wird nicht mehr gefordert und daher auch nicht mehr durch das Gesundheitsamt überprüft. Schulkinder können schon nach der ersten Behandlung in die Schule gehen. Kindergärten wünschen aber in der Regel, dass das Kind erst wieder ganz läusefrei ist. Bei einem Läusebefall des Kindes sind die Eltern jedoch verpflichtet dieses sofort der Schule zu melden.

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