Sanddornöl, das rote Gold

Sanddornöl, der  wiederentdeckte Naturwirkstoff bei Haut- und Haarproblemen

Die Sanddornpflanze (Hippophae Rhamnoides) ist ein sperriger, dorniger Strauch. Sie bevorzugt lichte, sandige Böden. Im Spätherbst sind die leuchtend gelbroten Früchte erntereif. Aus ihnen wird dann das wertvolle Sanddornöl gewonnen.

Die Ernte der Sanddornbeeren

Sanddornbeeren, aus ihnen wird das Sanddornöl gewonnen.
Leuchtende, orange farbene Sanddornbeeren

Die Ernte der Beeren ist allerdings schwierig. Denn sie sitzen fest am Holz. Das führt dazu, dass sie beim Pflücken leicht zerstört werden. Daher werden die dicht mit Früchten behangenen Äste abgeschnitten. Dann werden sie bei -40°C schockgefroren. Schließlich kommen sie auf eine Rüttelmaschine. Durch die mechanische Bewegung trennen sich dabei die Beeren vom Holz. Danach wird das Fruchtfleisch durch Zentrifugation gewonnen. Und zwar ganz ohne thermische Behandlung und Lösungsmittel. Anschließend wird das Sanddornkernöl aus den Beeren schonend kaltgepresst. So gewinnt man aus einer Tonne geernteter Beeren 650 l Saft. Allerdings ergeben dabei nur ein bis zwei Prozent das wertvolle Fruchtfleischöl und das Kernöl – das rote Gold.

In Europa sind Sanddornöle weniger bekannt als der Saft oder Lebensmittelprodukte aus Saft und Beeren. Bereits seit 1200 Jahren werden in Tibet diese Öle medizinisch genutzt, sowohl innerlich als auch äußerlich.

Wo wächst der Sanddorn?

Als die Urheimat des Sanddorns gelten das Altai Gebirge sowie die mongolische Steppe und das tibetische Hochland. Heute findet man ihn aber auch außerhalb dieser Gebiete. So wächst er z.B. auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, genauso wie in England, Österreich, Schweiz, Irland, Schweden, Spanien, Italien, Ungarn und Rumänien.

Jedoch die größten wild wachsenden Dickichte der Sanddornpflanze befinden sich in der ehemaligen Sowjetunion. Hier erwachte dann in den 30er Jahren das wissenschaftliche Interesse an der Sanddorn Pflanze, vornehmlich als Rohstoffquelle für die Vitamin-Industrie. Gegenwärtig werden darüber hinaus photochemische Aspekte intensiv studiert. Grund dafür war, dass man eine Reihe von BAS (biologisch aktiven Stoffen) identifizieren konnte. Diese sind sowohl in den Früchten und Samen als auch in den Blättern und der Rinde enthalten.

Was versteht man unter BAS?

BAS sind Stoffe, die sogar in minimaler Dosierung einen definierten biologischen Effekt auslösen. Sie nehmen dabei direkt an biochemischen Prozessen und Reaktionen im Organismus teil. Dadurch regeln sie Stoffwechselvorgänge. Es sind Vitamine, Spurenelemente (Jod, Kobalt, Kupfer, Eisen etc.) Aminosäuren (als Proteinbestandteile) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (als Fettkomponenten). Ebenso auch organische Säuren, Pektine, Zucker, Tanine und andere Verbindungen.

Sanddornöl aus Fruchtfleisch und Kernen. Wie unterscheiden sie sich?

Sanddorn Fruchtfleischöl – mit hohem Gehalt an Carotin

Sanddorn Fruchtfleischöl, Sanddornöl
Sanddorn Fruchtfleischöl

Das Sanddorn Fruchtfleischöl hat eine leuchtend orangerote Farbe. Darüber hinaus besitzt es den charakteristisch herben Sanddorngeschmack. Die leuchtende Farbe kommt von dem hohen Gehalt an Carotinoiden.

Seine hoch konzentrierten biologisch aktiven Substanzen (BAS) wie Beta-Carotin, Vitamin E, essentielle Fettsäuren, Phytosterole und Spurenelemente haben eine hohe Bioverfügbarkeit. Diese erreicht nur naturbelassenes Sanddornöl. Die wichtige Palmitolein Fettsäure ist im Sanddornöl zu ca. 30% enthalten. Sie kommt in unserer Haut und Schleimhaut ebenfalls in natürlicher Weise vor.

Das Zusammenspiel (Synergie) der BAS wirkt antioxidativ. Es unterstützt die Regeneration von

Sanddornfrüchte
Sanddornfrüchte

Haut und Schleimhaut. Das ist besonders interessant bei Entzündungen und Verletzungen. Sanddorn Fruchtfleischöl schützt ebenfalls vor Sonneneinstrahlungen. Daneben unterstützt es die Haut auch bei Sonnenbrand. Bei trockener und stark beanspruchter Haut wirkt das Öl zudem belebend und erfrischend. Allerdings färbt es stark. Daher sollte man es sparsam einsetzen.

Sanddorn Fruchtfleischöl hat eine positiv regenerierende Wirkung auf Schleimhäute (Rachen, Speiseröhre, Magen-Darm). So wie ein schützender Film kleidet es die Schleimhäute dynamisch aus. Dadurch schützt es vor neuen Säureattacken und Reizungen.

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Sanddorn Kernöl – mit hohem Gehalt an ungesättigten Fettsäuren

Sanddorn Kernöl, Sanddornöl
Sanddorn Kernöl

Das Sanddorn Kernöl wird durch schonende Pressung der Sanddorn Kerne gewonnen. Es ist schwach rötlich, da es weniger Carotinoide enthält. Stattdessen weist es einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren auf. Zum Beispiel die Linol- und Linolensäure. Zusammen mit weiteren natürlichen Inhaltsstoffen kann es gestörte und häufig überschießende Hautfunktionen regulieren.

Linolsäure wirkt Barriere- und Verhornungsstörungen entgegen. Es senkt den transepidermalen Wasserverlust der Haut. Somit erhöht es die Hautfeuchte. Linolsäure ist Bestandteil des Ceramid-L. Das ist der wichtigste Barrierestoff der Hornschicht. Daher sind linolsäurehaltige Produkte für Neurodermitiker, deren Haut in der Regel einen Mangel an Ceramid-L hat, sehr gut geeignet. Linolsäure wird häufig bei Dermatosen, Sonnenbrand und Brandwunden eingesetzt, da es die Regeneration der Hautbarriere beschleunigt.

Anwendung: Tragen Sie Sanddorn Kernöl auf eine Hautrötung auf. Oder geben Sie einige Tropfen Öl in eine fertige Creme oder Lotion. Der Effekt wird Sie begeistern. Beide Sanddornöle kann man ebenfalls sehr gut mit fetten Ölen wie z.B. Mandelöl oder Olivenöl vermischen. Dadurch erhält man ein hervorragendes Körperöl für pflegebedürftige Haut. Sanddornöle haben ein besonders gutes Spreitvermögen. Sie sind in der Haut pflegend aktiv.

TIPP: Wechseln Sie doch einmal von Nachtkerzenöl zu Sanddorn Kernöl. Besonders empfehlenswert: Kombinieren Sie die Anwendung der Sanddorn Hautcreme mit Harnstoff im Wechsel mit Sanddorn Kernöl.

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Die Inhaltsstoffe der unterschiedlichen Sanddornöle

Fruchtfleischöl Kernöl
ß-Carotin circa 20 mg/100 g circa 2 mg/100 g
Tocopherol circa 185 mg/100 g circa 140 mg/100 g
Palmitinsäure circa 35 Prozent ** circa 10 Prozent **;
Palmitoleinsäure circa 30 Prozent ** circa 1 Prozent **
Ölsäure circa 25 Prozent ** circa 22 Prozent **
Linolsäure circa 3 Prozent ** circa 35 Prozent **
Linolensäure circa 1 Prozent ** circa 30 Prozent **
**Prozent Anteil an der Gesamtfettsäure-Zusammensetzung

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Sanddorn Kosmetik

Sandorn Massageöl
Sandorn Massageöl

Meistens sind in unserer Sanddorn Kosmetik sind beide Öle enthalten. Somit kann die gesamte Bandbreite der Öle genutzt werden. Kosmetische Produkte mit Sanddornöl schützen vor freien Radikalen. Dadurch beugen sie vorzeitiger Hautalterung vor. Daneben aktivieren und erhöhen sie die Spannkraft des Bindegewebes. Die Hautfunktionen werden insgesamt angeregt. Feuchtigkeit wird gebunden. Dadurch tragen sie zur Verbesserung des gesamten Hautbildes bei.

Eine besonders gute Wirkung erzielt man mit der Verbindung Sanddornöl und Harnstoff. Menschen mit trockener, empfindlicher Haut (Neurodermitiker, Psoriatiker, Diabetiker) sind erstaunt über die gute Verträglichkeit dieser Cremes. Besonderen Wert legt man bei der Entwicklung der Produkte auf schnelles Einziehen der Cremes und Lotionen. Die Produkte sind frei von synthetischen Konservierungsmitteln und Duftstoffen. Parfümiert werden sie nur mit reinen ätherischen Ölen.

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