Wäsche waschen früher und heute, wie alles begann

Waschfrauen bei der Arbeit, Wäsche waschen
Waschfrauen bei der Arbeit

Wäsche waschen war früher harte Arbeit für die Hausfrau. Daher wurde nur 1 bis 2mal im Monat  gewaschen. Anfangs wurde der Dreck von Hand rausgerubbelt, oft mit Hilfe eines Waschbretts. Gewaschen hat man in Flüssen und Bächen. Nach dem Waschen legte man die Wäsche auf die Wiese. Die Sonne sollte sie bleichen und trocknen.

 

alte Bottich Waschmaschine von Miele, Wäsche waschen
alte Bottich Waschmaschine von Miele

Auch nach dem zweiten Weltkrieg war Wäsche waschen noch immer Arbeit für mindestens zwei Tage. Zuerst weichte man die Wäsche ein. Dafür wurde sie in einem großen Holzbottich erhitzt. Dann ließ man sie zum Einweichen über Nacht im Bottich. Das Waschmittel bestand aus pulverförmiger Seife. Seit 1907 wurde sie mit einem Bleichmittel kombiniert. Das lästige Schrubben auf Waschbrettern oder anderen Hilfsmitteln entfiel schließlich, als es die erste Bottich Waschmaschine von Miele gab. Das war ein holzfaßähnlicher Behälter, der auf einem Gestell stand. Das Schrubben übernahm jetzt ein sich hin und her bewegendes Drehkreuz. Es wurde über einen Riemen von einem vorsintflutlichen Motor angetrieben. Nach dem Spülen der Wäsche musste diese ausgewrungen werden. Dafür gab es einen Zusatz zur Waschmaschine, eine handbetriebene Wäschemangel, die zwischen zwei Walzen die Nässe auspresste.

1951 kam die erste vollautomatische Waschmaschine in Deutschland auf den Markt. Es war eine Contructa. Sie verbrauchte 225 Liter Wasser. Damals kostete sie sagenhafte 2280 DM. Heute ist die Waschmaschine das hilfreichste Gerät im Haushalt, das sich jeder leisten kann.

Die Entwicklung des Waschmittels

Persil war einer der ersten echten Markenartikel. Von Anfang an zog der Gründer des heutigen Weltwaschmittel Konzerns, Fritz Henkel, alle Register der jungen Werbekunst. Als er 1907 das erste selbstständige Waschmittel auf den Markt brachte, verkündigten ganzseitige Zeitungsannoncen, Plakate und ein Herr von Beratern, die wirkliche und angebliche Qualität im ganzen Land. Geschickt war auch die Namensgebung gewählt. Aus Henkels Bleichsoda wurde Henko, aus einer Mischung von Perborat und Silikat wurde Persil. Bei Persil kombinierte man die bis dahin gängigen Waschpulver aus Seife mit einem Bleichmittel (Natrium-Perborat) mit Silikat. Das Waschmittel spaltete bei hohen Temperaturen Sauerstoff ab. Durch die chemische Reaktion entfernte es dann die Verunreinigungen. Das Silikat transportiert den abgelösten Schmutz mit der Waschlauge ab. Dieses bahnbrechende Prinzip ist der Grundstein aller modernen Waschmittel. Das schweißtreibende Rubbeln auf dem Waschbrett hatte somit ein Ende!

Wäsche waschen mit Persil
Wäsche waschen mit Persil

1958 gelang die erste Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit von Tensiden. Erst durch diese Messmethode wurde es möglich, umweltverträgliche Tensidtypen für Waschmittel auszuwählen.

Seit 1960 wurden nur noch leicht und schnell abbaubare Tenside eingesetzt. Dadurch gehörten Schaumberge, wie im heißen Sommer 1958, der Vergangenheit an.

1968 wurden die ersten Enzyme in Waschmitteln eingesetzt. Durch den Einsatz von Enzymen war die Fleckentfernung schon bei niedrigen Temperaturen möglich. Auch empfindliche Wäsche wurde, Dank der neuen Enzyme, fleckenfrei sauber.

1977 wurde zum ersten Mal ein Niedertemperatur Bleichsystem eingesetzt. Dadurch wurde Kochwäsche überflüssig, denn das Bleichmittel arbeitete schon ab 60°C. Kochwäsche gehörte jetzt der Vergangenheit an.

1986 wurden die ersten phosphatfreien Waschmittel eingeführt. Heute sind alle Waschmittel phosphatfrei.
Grundsätzlich sind Phosphate keine schädlichen Substanzen. Aber zuviel führt zu einer unerwünschten Überdüngung der langsam fließenden oder stehenden Gewässer und verschlechtert dadurch die Wasserqualität. Stattdessen wurden Ersatzstoffe eingesetzt, eine Kombination aus Zeolithe und sogenannten Co-Buildern.

Wäsche waschen mit dem Hobbythek Waschmittel-Baukasten

1989 stellte die Hobbythek den ersten Waschmittel-Baukasten vor. Obwohl er noch ein wenig umständlich war, haben ihn viele Hobbythek Fans ausprobiert und waren mit dem Ergebnis zu frieden. Dieser Waschmittel Baukasten ersetzte das Universalwaschmittel. Er wusch Buntwäsche bereits bei äußerst niedrigen Temperaturen von 30 bis 40°C. Nur für weiße Wäsche benötigte man noch 60°C. Er war umweltfreundlich, da er nur das jeweilig Notwendige einsetzte. Außerdem sparte er Energie durch die niedrige Temperaturwahl. Er setzte bereits damals zu 95% nachwachsende Rohstoffe ein wie zum Beispiel Kokosfett, Zucker, Stärke oder Aminosäuren.

Hobbytipp 305, Wäsche waschen2000 stellte die Hobbythek den neuen, vereinfachten Waschmittel-Baukasten vor.
Er bestand jetzt zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen. Alle eingesetzten Tenside werden in der Natur bzw. in der Kläranlage vollständig zu Wasser und Kohlendioxid zersetzt. Aus diesem Grund entstehen keine umweltschädlichen Zwischenprodukte.
Dank des neuen Bleichmittels Proweiß super kann jetzt auch weiße Wäsche, die früher mit 60°C gewaschen werden musste, bei 30-40°C gewaschen werden.
„Wäsche waschen mit weißer Weste“ – der Hobbytipp Nr. 305 von Jean Pütz aus dem Jahr 2000.

Die Energieersparnis durch die Wahl einer niedrigen Temperatur zeigt folgendes Beispiel: Für einen Waschgang mit 60°C  braucht man 1 Kilowattstunde, für 30°C jedoch nur 0,2KW.

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