Jean Pütz über Darmflora, Immunsystem und die Entwicklung der JP Joghurtkulturen

Jean Pütz
Jean Pütz

Dass der Darm und die Darmflora bzw. das Mikrobiom einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit insbesondere auf unser Immunsystem besitzt, habe ich schon vor 45 Jahren, allerdings im Vorwissenschaftlichen Raum, erkannt. Seinerzeit war ich einer der ersten, der in seiner „Wissenschaftsshow“ die Deutschen Bürger über die Krankheit AIDS informiert hat. Ja, ich veranstaltete sogar (1986) zusammen mit dem BR einen großen AIDS-Abend in der ARD.

Sie fragen sich, was das mit dem Mikrobiom zu tun hat?

Nun bei der AIDS-Krankheit greift das Virus die wichtigste Zentrale des Immunsystems an. Das sind Bestandteile der weißen Blutkörperchen, genannt T4-Helferzellen. Genau wie bei Corona dringt das AIDS-Virus in diese Zelle ein und benutzt sie, um die Viren zu vervielfältigen. Die T4-Helferzellen sind dann außerdem nicht mehr in der Lage, die Armada von Gegenmaßnahmen zu erfüllen. Diese bestehen aus Fresszellen, Makophagen, Antikörper, Gedächtniszellen usw. Mit dem Versagen des Immunsystems bricht die gesamte Abwehr zusammen. Der Körper kann sich nicht mehr gegen das Eindringen der Krankheit wehren. Daran sind viele Menschen gestorben. Erst Jahrzehnte später gelang es Forschern, mit einem Cocktail von Medikamenten den AIDS-Kranken das Überleben zu ermöglichen.

Genau beim Entstehen der Armada weißer Blutkörperchen spielt der Darm mit seiner vielfältigen Flora eine entscheidende Rolle.

Das war der Grund, weshalb ich auf die Idee kam, dieses Mikrobiom zu unterstützen. Dafür ließ ich mit einer dänischen Firma eine Zusammensetzung gefriergetrockneter Bakterien entwickeln, um krankmachende Darmbewohner in Schach zu halten.

Außerdem kam ich auf die Idee, diese gefriergetrockneten Bakterien in Milch einzurühren. Dadurch können sie sich vermehren, denn sie benötigen dazu den Milchzucker, die Lactose. So entsteht Joghurt einer speziellen Art. Diese Bakterien wurden so ausgesucht, dass sie die Magenschranke mit dem hohen salzsäurehaltigen Magensaft überwinden und in größerer Menge in den Darm gelangen können.

Diese immunstärkenden Eigenschaften waren damals Spekulation, sozusagen im vorwissenschaftlichen Raum. 30 Jahre danach wurde meine Annahme bestätigt und bildet mittlerweile einen wichtigen Bereich der Forschung, in dem die Besiedlung unseres Körpers mit nicht nur krankmachenden Mikroben eine wichtige Rolle spielen. Den damaligen Namen ‚Lapida‘ erhielten diese probiotischen Joghurt-Bakterien, weil in dieser Mischung bestimmte Lipido-Lactobazillen – die z. B. einem frischgeborenen Säugling die Verdauung der Muttermilch ermöglichen – enthalten sind.

Joghurt und Quark selber machen, Mikrobiom
Joghurt selber machen

Seit 40 Jahren profitiere ich von dieser Idee. Heute bin ich davon erzeugt, mein selbstgemachter Joghurt ist dafür verantwortlich, dass ich 84 Jahre alt geworden, immer noch kerngesund und – nebenbei bemerkt – wegen des in der Milch enthaltenen Calciums noch keinen Zentimeter kleiner geworden bin. Ich nehme täglich 300 ml dieses Joghurts zu mir, nachdem ich Früchte der Saison oder gefriergetrocknete hineingerührte habe.

Ihr Jean Pütz

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