Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind flüchtige, wohlriechende hochkonzentrierte Substanzen, die aus den unterschiedlichsten Pflanzenteilen gewonnen werden. Sie bestehen aus vielen einzelnen Inhaltsstoffen, in der Mehrzahl aus Kohlenstoff- und Wasserstoffelementen. Es  sind komplexe Substanzen aus vielen Inhaltsstoffen. Beim Lavendelöl hat man ca. 160 gefunden, bei anderen Pflanzen noch mehr.

Wie werden die ätherischen Öle gewonnen?

Schon immer versuchten die Menschen den Duft der Pflanzen einzufangen. Die ersten Destilliergeräte fanden Archäologen in Mesopotamien. Sie schätzten das Alter dieser Geräte auf ca. 5000 Jahre. Mit diesen ersten Geräten gewann man schon damals durch Wasserdampf das ätherische Öl. Das Verfahren ist noch heute ähnlich. In einem Bottich erhitzt man die zerkleinerte Pflanzenteile und Wasser. Der aufsteigende Wasserdampf löst die ätherischen Öle aus den Pflanzen. Den Dampf fängt man in einem Rohr auf, das mit kaltem Wasser gekühlt wird. Das Destillat wird dann in ein Auffanggefäß mit Wasser geleitet. Das ätherische Öl schwimmt auf der Oberfläche und kann abgeschöpft werden.

Ätherische Öle aus Rosen
Rosenblüten

Das richtige Destillieren ist eine Kunst. Denn Druck, Temperatur und Dauer müssen auf das jeweilige Pflanzenmaterial abgestimmt werden. Ist der Druck zu hoch, wird die Ausbeute zwar höher, aber die Qualität nimmt ab. Da die Pflanzenteile verderblich sind, muss man  sie so schnell wie möglich nach der Ernte destillieren.  Für die Gewinnung der ätherischen Öle sind große Mengen Pflanzenmaterial nötig. Aus einer Tonne Rosenblätter erhält man ca. 300 g ätherisches Rosenöl. Dieses erklärt auch den hohen Preis des Öles.

Einige ätherische Ölen (Zitrus Früchte)  gewinnt man durch Kaltpressung aus den Schalen.

Die Konsistenz der ätherischen Öle ist unterschiedlich. Einige Öle, wie Lavendel oder Zitrone, sind sehr dünn flüssig. Andere, z.B. Weihrauch, sind dickflüssig und man kann sie schlecht aus der Flasche entnehmen. Hier hilft zu besseren Entnahme ein wenig Alkohol oder etwas Pflanzenöl. Ätherische Öle differieren auch in der Farbe. Lavendelöl ist fast farblos, Patchouliöl bräunlich und Kamillenöl blau.

Alle ätherischen Öle sind nicht wasserlöslich. Jedoch vermischen sie sich gut mit Pflanzenölen und Alkohol.  Wenn man sie der Luft aussetzt, verdunsten sie  ohne einen Fettfleck zu hinterlassen.

Warum ist die Herkunft eines ätherischen Öls so wichtig?

Ätherische Öle aus Lavendel
Lavendelfeld

Pflanzen haben ihre optimalen Anbaugebiete. Die Zusammensetzung des aus ihnen gewonnene ätherische Öl ist abhängig von Klima und Bodenbeschaffenheit. Alle äußeren  Bedingungen können die Inhaltsstoffe verändern. Ein ätherisches Lavendelöl aus Frankreich unterscheidet sich in der Zusammensetzung leicht von einem kroatischen Lavendelöl. Beim kroatischen Öl ist der Anteil an Borneol und Terpinen-4-ol höher. Es ist daher stärker antiseptisch und für diese Art der Anwendungen besser geeignet. An diesem Beispiel sieht man, dass die Angabe des Herkunftslandes auf dem Etikett eines Öles wichtig ist.

Warum produzieren die Pflanzen Düfte?

Düfte sind für Pflanzen wichtig. Sie locken Insekten an oder stoßen solche ab, die ihr schaden. Sie schützen die Pflanze vor Bakterien und Pilzen und anderen Krankheiten. Auch bei der Kommunikation unter den Pflanzen scheinen Düfte eine Rolle zu spielen. Die Duftstoffe können in allen Pflanzenteilen vorkommen: im Samen, Wurzeln, Rinde, Blättern, Zweigen oder Blüten.

Lagerung der ätherischen Öle

Ätherische Öle, ideal in braunen Flaschen

Ätherische Öle licht- und sauerstoffgeschützt aufbewahren. Deshalb werden sie in dunkle Flaschen abgefüllt. Alle Zitrusöle sind leichter verderblich als andere Öle. Sie halten bei sachgemäßer Lagerung ca. 1 -Jahr. Holzöle und Patchouli halten bis zu 4 Jahren, teilweise auch länger. Alle anderen Öle 2-3 Jahre.